Startseite
Hilfe-ForumFrageSuchenKontakt/Impressum

ForenForum
Suse: openSuSE 10.3 - S.M.A.R.T.- Fehlermeldung
Von: oldy_but_goody ****
am 01.07.2008


In letzter Zeit erhalte ich beim Start von Linux in unregelmäßigen Abständen o.g. Fehlermeldung:

Fehler - KDialog
Your hard disk drive is failing! S.M.A.R.T. message: Device: /dev/sdb, 3 Currently unreadable (pending) sectors

Mein Linux-System ist auf sdb (SAMSUNG SP2514N) installiert.

Daraufhin habe ich den Rechner heruntergefahren und WinXP gestartet. Anschließend mit PartitionManager 8.0 einen Oberflächentest der beanstandeten Festplatte durchgeführt. Ergebnis: keine Fehler gefunden.

Welche Konsequenzen hat denn diese Meldung, wenn eine Oberflächenprüfung  keine Fehler finden kann?

Kann eine Oberflächenprüfung auch unter Linux (ggf. womit?) durchgeführt werden?

Gruß Hermann

Antwort 1 von ned_devine *****
am 01.07.2008


Lass die in der Konsole mit
man fsck
die Manuals zu fsck anzeigen, damit kannst Du Partitionen mit diversen Dateisystemen prüfen.

Antwort 2 von Dr. SuSE *****
am 02.07.2008


Hallo,

s.m.a.r.t  überwacht die Festplattenhardware! Wenn s.m.a.r.t Alarm schreit, sollte man die Warnung wirklich sehr ernst nehmen. Meist ist der Tod der Festplatte nicht mehr weit. Ein Oberflächenscan bringt wenig, eigentlich nichts, solange die Platte noch einigermassen läuft. Hier ist eine Diagnose per smartctl angesagt.

Code:

smartctl -H /dev/laufwerksdevice z.B. sda

gibt den aktuellen Gesundheitszustand der Festplatte aus. Steht in der Ausgabe statt PASSED ein FAILED, dann ist ein recht zügiges Backup deiner Daten und der baldige Austausch der Festplatte angebracht.

Mehr Parameter verrät einem der Befehl

Code:

smartctl --help


Siehe auch : http://www.linux-user.de/ausgabe/2004/10/056-smartmontools

Have Fun

Antwort 3 von oldy_but_goody ****
am 02.07.2008


Hallo Dr. SuSE,
schön, Dich nach längerer Abwesenheit wieder hier zu treffen.

Heute erschien (Vorführeffekt) mal  keine s.m.a.r.t.-Fehlermeldung beim Start.

smartctl -H /dev/sdb  ergibt folgende Ausgabe:

AMD-Bolide:/home/hermann # smartctl -H /dev/sdb
smartctl version 5.37 [i686-suse-linux-gnu] Copyright (C) 2002-6 Bruce Allen
Home page is http://smartmontools.sourceforge.net/

=== START OF READ SMART DATA SECTION ===
SMART overall-health self-assessment test result: PASSED

smartctl --test=long /dev/sdb  ergibt folgende Ausgabe:

AMD-Bolide:/home/hermann #  smartctl --test=long /dev/sdb
smartctl version 5.37 [i686-suse-linux-gnu] Copyright (C) 2002-6 Bruce Allen
Home page is http://smartmontools.sourceforge.net/

=== START OF OFFLINE IMMEDIATE AND SELF-TEST SECTION ===
Sending command: "Execute SMART Extended self-test routine immediately in off-line mode".
Drive command "Execute SMART Extended self-test routine immediately in off-line mode" successful.
Testing has begun.
Please wait 81 minutes for test to complete.
Test will complete after Wed Jul  2 11:07:32 2008

Use smartctl -X to abort test.
AMD-Bolide:/home/hermann # 

Um 11:07 sollte der Test beendet sein. Um 12:40 habe ich das Ergebnis prüfen wollen, weiß aber nicht  wonach (und vor allen Dingen)  wo ich suchen soll...         

 smartctl -l selftest /dev/hdb ergibt folgende Ausgabe:
AMD-Bolide:/home/hermann # smartctl -l selftest /dev/sdb
smartctl version 5.37 [i686-suse-linux-gnu] Copyright (C) 2002-6 Bruce Allen
Home page is http://smartmontools.sourceforge.net/

=== START OF READ SMART DATA SECTION ===
SMART Self-test log structure revision number 1
Num  Test_Description    Status                  Remaining  LifeTime(hours)  LBA_of_first_error
# 1  Extended offline    Completed: read failure       90%      1021         179010786

Diese Angaben stellen für mich nur "Böhmische Dörfer" dar, die ich nicht zu interpretieren vermag.

Gruß Hermann

Antwort 4 von Holger Hellmuth **
am 02.07.2008


Scheint echt defekt zu sein "read failure".
Aber lade dir bei Samsung mal das firmeneigene Programm herunter, startet meist auch von Diskette.
Gruß
Holger 

PS GANZ WICHTIG: ALLE WICHTIGEN DATEN SICHERN (ist nicht als schreien gemeint) 

Antwort 5 von Dr. SuSE *****
am 03.07.2008


Hallo,

da ist schnelles Handeln angesagt. Der Test will dir sagen: Die Platte ist zu 10% kaputt ( Lesefehler ) und der Fehler beginnt in Sektor  179010786. Es gibt zwar Reservesektoren und die Herstellertools sind in der Lage defekte Sektoren nach Formatierung damit auszuklammern und dafür die Reservesektoren zu aktivieren. 10 % Reserve hat aber keine Platte. Ob sich die Mühe bei den heutigen Festplattenpreisen überhaupt lohnt musst Du für dich entscheiden. Eine 160 GB Platte von Seagate kostet derzeit noch nicht mal 40 Euro.
Wichtige Daten würde ich dieser Platte nicht mehr anvertrauen. Willst du sie noch ein Weilchen nutzen, kannst Du sie so partitionieren, dass du nur den Bereich von Sektor Null bis Sektor  179010780 nutzt und den Rest unpartitioniert brach liegen lässt.

was sagt denn smartctl -a /dev/sdb ?

Bei 'ner gesunden Platte sollte das etwa so aussehen:

Code:

SMART Attributes Data Structure revision number: 16
Vendor Specific SMART Attributes with Thresholds:
ID# ATTRIBUTE_NAME          FLAG     VALUE WORST THRESH TYPE      UPDATED  WHEN_FAILED RAW_VALUE
  1 Raw_Read_Error_Rate     0x000b   100   100   062    Pre-fail  Always       -       0
  2 Throughput_Performance  0x0005   100   100   040    Pre-fail  Offline      -       0
  3 Spin_Up_Time            0x0007   131   131   033    Pre-fail  Always       -       1
  4 Start_Stop_Count        0x0012   099   099   000    Old_age   Always       -       2105
  5 Reallocated_Sector_Ct   0x0033   100   100   005    Pre-fail  Always       -       0
  7 Seek_Error_Rate         0x000b   100   100   067    Pre-fail  Always       -       0
  8 Seek_Time_Performance   0x0005   100   100   040    Pre-fail  Offline      -       0
  9 Power_On_Hours          0x0012   064   064   000    Old_age   Always       -       26114
10 Spin_Retry_Count        0x0013   100   100   060    Pre-fail  Always       -       0
12 Power_Cycle_Count       0x0032   099   099   000    Old_age   Always       -       1923
191 G-Sense_Error_Rate      0x000a   100   100   000    Old_age   Always       -       0
192 Power-Off_Retract_Count 0x0032   100   100   000    Old_age   Always       -       38
193 Load_Cycle_Count        0x0012   095   095   000    Old_age   Always       -       56476
194 Temperature_Celsius     0x0002   137   137   000    Old_age   Always       -       40 (Lifetime Min/Max 8/59)
196 Reallocated_Event_Count 0x0032   100   100   000    Old_age   Always       -       2
197 Current_Pending_Sector  0x0022   100   100   000    Old_age   Always       -       0
198 Offline_Uncorrectable   0x0008   100   100   000    Old_age   Offline      -       0
199 UDMA_CRC_Error_Count    0x000a   200   200   000    Old_age   Always       -       0

SMART Error Log Version: 1

No Errors Logged

Wenn der Wert Power_On_Hours auch noch nahe an der mittleren vom Hersteller im Datenblatt angegebenen Lebensdauer liegt, das sind meist zwischen 20000 - 60000, bei echten Serverplatten auch bis zu 120000 Stunden, nimm 'nen Hammer und mache sie völlig unbrauchbar, damit meine ich total zerstören ( damit die Daten nach der Entsorgung nicht wieder hergestellt werden können ! falls jemand Dritter noch Gefallen an der Festplatte finden sollte).

Have Fun   


Antwort 6 von oldy_but_goody ****
am 05.07.2008


Hallo Dr. SuSE,
ich habe Deinen Rat befolgt und die betreffende Festplatte auf eine identische Platte geklont.

Es ist - bei gleicher Anschlußweise wie vorher - allerdings kein Linux-Start möglich. Der Grund liegt im "Disk-by-ID". Nachdem die "neue" Platte andere Identitätsdaten liefert, wartet Linux vergeblich darauf, daß die "Original"-Platte sich meldet.

Kann dieses Problem durch Start von der SuSE-DVD und Reparatur per Option  Reparatur des installierten Systems gelöst werden? Oder löst sich das schon auf, wenn  Installiertes System starten ausgewählt wird?

Gruß Hermann

Antwort 7 von Dr. SuSE *****
am 05.07.2008


Hallo,

das fehlt der Bootloader im MBR oder zeigt auf eine falsche Partition. Wenn Du das installierte System über den Umweg der Installationsdvd starten kannst, dann los. Nächster Stepp: yast->System->Konfiguration des Bootloaders und den Bootloader neu schreiben. Sichere Dir aber besser vorher die Datei /boot/grub/menu.lst , sofern vorhanden ( kann auch sein du hast das vergessen, dann ist keine menu.lst da und der Rechner startet deshalb nicht ). Damit du den Schritt beliebig oft wiederholen kannst, falls die Bootloaderreparartur nicht auf Anhieb klappen sollte.

Have Fun

Antwort 8 von oldy_but_goody ****
am 05.07.2008


Hallo Dr. SuSE,
leider gelingt mir weder der Start per DVD noch die Systemreparatur.

Allerdings kann ich über die System-Informationen wenigstens die Seriennummer der neuen Platte auslesen.

Der "normale" Start bleibt stehen bei:
Waiting for dev /dev/disk/by-id/scsi-SATA_SAMSUNG_SP2514N 302211FP585417-part11 to appear...
In welcher Datei sind denn diese Informationen gespeichert? Kann ich Knoppix verwenden, um die "alte" Seriennummer 302211FP585417 in der entsprechenden Datei jedes Mal gegen die neue S08BJ1LP205971 zu ersetzen? Dann müßte doch ein "Normalstart" möglich sein...

Deinen Einwand mit dem Bootmanager verstehe ich nicht ganz: GRUB befindet sich auf der WinXP-Platte sda - daran hat sich nichts geändert (oder unterliege ich hier einem Denkfehler?)

Gruß Hermann


Antwort 9 von Dr. SuSE *****
am 05.07.2008


Hallo,

den Eintrag findest Du in der Datei /etc/fstab. Ein Anpassen der Seriennummer sollte das Problem beheben. Dazu das System mit 'ner LiveCD booten. Geht mit der Suse CD , besser aber mit Knoppix. Bei Verwendung von Knoppix: Klick auf die Partiton damit sie gemountet wird. Rechtsklick auf das Laufwerkssymbol->Aktionen->Lese und Schreibmodus ändern und von Read only auf schreibbar ändern ( Auswahlmenü ) Konsole öffnen su ENTER, mc ENTER und nach mnt/deine_festplattenrootpartition ins /etc Verzeichnis  wechseln. Balken auf fstab stellen, F4 betätigen um den Editor zu starten und den betreffenden Eintrag ändern. Mit F2 speichern, runterfahren, CD entfernen  und die Suse starten.

Have Fun

Have Fun

» weitere Antworten